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Fledermausquartier Frankfurt (Oder)

(DE 3653-304)

Das Fledermausquartier Brauereikeller Frankfurt (Oder) liegt am Rand der naturräumlichen Haupteinheit Odertal. Innerhalb des Stadtgebietes von Frankfurt (Oder) befindet es sich am Osthang des Bahnhofsberges im Keller der Ruine einer Brauerei, deren Nutzung 1950 eingestellt wurde. Seit dieser Zeit entwickelten sich die Gewölbe zu einem der bedeutendsten Tages-, Überwinterungs- und Ganzjahresquartiere für Fledermäuse in Deutschland. Dieses Fledermausquartier hat eine Größe von 0,25 ha.


Die Ruine weist ein stark gegliedertes Kellersystem auf, das aus Gewölben, Kammern und Verbindungsgängen unterschiedlicher Höhe besteht. Die speziellen baulichen Gegebenheiten und hydrologischen Bedingungen bewirken, dass sich in den Kellerräumen ein für die Fledermäuse optimales Überwinterungsklima mit Temperaturen um 4 C sowie eine Luftfeuchtigkeit zwischen 90 und 100% einstellt.


Das Quartier hat bereits seit Jahren eine überregionale und inzwischen internationale Bedeutung. Seit Beginn der Zählungen im Jahre 1987 hat sich der Gesamtbestand an Tieren von 196 auf 1.830 Individuen im Jahr 1999 entwickelt. Für mindestens zehn verschiedene Arten bietet der Brauereikeller wenigstens zeitweilig Unterkunft.


Bisher wurden die Arten:


Der überwiegende Anteil der Arten zeigt im Bestand eine positive Entwicklungstendenz. Insbesondere die Arten Großes Mausohr, Wasserfledermaus, Fransenfledermaus und Braunes Langohr sind individuenstark vertreten. Der Brauereikeller ist für das Großes Mausohr das größte bekannte Überwinterungsquartier Deutschlands überhaupt. Der Bestand entwickelte sich von 169 Individuen im Jahre 1987 zu 703 Individuen im Jahr 1999. Dabei konnten in Frankfurt (Oder) beringte Exemplare noch in einem Umkreis von ca. 200 km sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite festgestellt werden. Die Bestände der Bechstein-Fledermaus und Mopsfledermaus zeigen individuenarme aber stabile Vorkommen.


Die hervorragende Bedeutung als Fledermausquartier erhält der Brauereikeller Frankfurt (Oder) durch seine Lage im Zentrum eines Stadtgebietes im höhlenarmen nordostdeutschen Tiefland. Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung der unten aufgelisteten wildlebenden Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse nach Anhang II der FFH-Richtlinie, wie Mopsfledermaus, Bechstein-Fledermaus und Großes Mausohr.

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